Formvollendet weiblich: Bye bye, lange Dürre (12/09)
Nein, liebe Modeindustrie, wir wollen keine mageren Models mehr!
Frauen, die aussehen, wie frisch aus der Erde ausgehoben,
mit tiefliegenden Augen in
den kantigen Schädeln, mit dünnen Beinchen,
die kaum den Körper tragen und mit Kleidern am Leib, die
Elfjährigen passen würden - damit könnt ihr uns nicht mehr ködern.
Wir wollen Lebendigkeit und Lebensnähe, Frauen, die ihre eigenen
Kurven lieben! Wir wollen Frauen, mit denen wir uns identifizieren können!
Wir wollen Frauen auf den Laufstegen und in den Katalogen,
die sich nicht bis in die Gruft hungern! Unsere Vorbilder sind Frauen,
die pralle Gesundheit und Lebensfreude ausstrahlen,
nicht solche, die griesgrämig ihre Diätcoke schlürfen und nach dem Essen zum Kotzen aufs Klo rennen.
Wir schätzen Models, deren Haar glänzt, nicht jene, deren Haar wegen Nährstoffmangel in Büscheln ausfällt.
Wir kaufen Kleidung, die an uns nicht aussieht wie eine clowneske Verkleidung, weil sie eigentlich nicht
für Normalgewichtige gemacht ist. Wir wollen uns selbst nicht kasteien, indem wir dem bescheuerten Traum nachjagen,
nach der siebentausendsten Diät endlich wieder eine
Kleidergröße kleiner tragen zu können. Wir betrachten am liebsten Fotos von Frauen,
deren Lächeln uns auf den ersten Blick auffällt,
nicht solche, bei denen uns ein kalter Schauer über den Rücken läuft. Wir sind nicht
mehr neidisch auf Topfiguren, denn es ist absurd, sich
etwas zu wünschen, was zum einen mit dem eigenen Wohlbefinden bezahlt werden muss,
und zum anderen, anstatt sexy zu sein, an ein
trauriges Bambi mit riesigen Augen und wackligen Beinchen erinnert. Wir mögen Schönheit. Lebensgefährliches Untergewicht und Schönheit schließen sich
gegenseitig aus. Merkt euch das, liebe Modemacher!
>>> Lesetipp: "Hungry" von Crystal Renn
>>> Foto: Crystal Renn