CD-Rezension: Symphonic von Falco (12/09)



Die erste und einzige Wahrheit: Ich liebe, liebe, LIEBE Falco! Diese CD wurde post mortem veröffentlicht, einige Jahre, nachdem die meisten den einsamen Exzentriker vermutlich längst vergessen haben. Es ist eine Best-of-Scheibe mit den größten Hits, auf der Falco von einem Orchester begleitet wird. Sie wurde einst auf einem Konzert aufgezeichnet. Das Ensemble trägt die Musik und interpretiert die Songs auf eine neue, angenehm schwere Weise. Die beiden Jeanny-Auskopplungen tauchen als ein zusammenhängendes Lied auf, wunderbar ineinander verschmolzen. In Titanic und Monarchy now kriegt die Gesellschaft, die Falco so verachtet hat, galant eine vor den Kopf gehauen, was umso schöner ist, wenn man sich vorstellt, wie genau diese Leute sich einst blasiert über den eigenwilligen Künstler aufgeregt haben. Mit einem kühlen Hölzel-Lächeln nimmt Everlasting Falco jene auf die Schippe, die ihm keinen Deut folgen konnten. Dance Mephisto ist mein Lieblingsstück. Nicht nur, weil sich die erfrischend unrunden Reime von dem Einerlei der Lyriker und Möchtegernlyriker abheben. Und nicht nur, weil Falcos Stimme und seine Art, das *rrrrr* galant gerollt über die Lippen zu bringen, einzigartig bleiben wird. Sondern auch, weil man spürt, dass diese Welt der Musik das war, was für Falco stets im Zentrum stand. Seichter Pop ist das nicht: gewichtige Texte, leidenschaftlich inszeniert. Der Sänger - ob tot oder nicht - trifft genau den Nerv, immernoch. Mit seinem musikalisch attraktiv verpacktem Zynismus, der so typisch für Falco war, singt er sich mit seinen Ohrwürmern in jedes Herz, das auch nur den Hauch einer Abscheu gegen Normalität und Konformität verspürt.
Fazit: Falco könnte nicht lebendiger sein! Gebt dem Lande tollkünste Parade-Patriarchen! Gebt dem Volk die Heiligen, die es so begehrt! Muss man zu diesen Worten noch etwas sagen? Ein großartiges Revival! Auf fast liebevolle Weise gelang es der profitgierigen Musikindustrie mit diesem Schmuckstück, das Jahre nach Falcos traurigem Ableben sicherlich so einige Taler eingebracht haben wird, wenigstens dem Künstler gerecht zu werden.