Rezension: Biss zum Morgengrauen / Twilight (11/09)
Da ja nun der zweite Teil der Biss-Saga-Verfilmung schon aktuell ist, noch einige Worte zum ersten.
An das Buch hatte ich keinen großen Erwartungen, denn der Hype, der darum gemacht wurde, war bereits ein Indiz dafür, dass
es sich um oberflächlichen Käse handelt. Aber man will ja mitreden können. Also fix das Buch gelesen. Ging schnell - nur die üblich einfallslose Stilistik und sprachlich nicht gerade ein Meisterwerk.
Das Buch ist bäh!
Wenn man unter 20 ist, darf man diesen gequirlten Mist gut finden: durchschaubare Teenager-Lovestory mit einem starken Liebhaber,
in dessen Arme das jungfräuliche Küken sinken darf, der darüber hinaus sogar noch ein gefährlicher Vampir ist und Bock auf das Blut seiner Gespielin hat.
Mir völlig unverständlich sind allerdings all die Frauen über zwanzig, die sich schwärmend, seufzend, jubelnd, anhimmelnd und hingerissen in
den Foren dieser Welt treffen, um über die schönste Liebe "seit Romeo und Julia" zu palavern. Mal ehrlich, Leute: Findet ihr diese "überirdisch schönen" Vampire und ihre grantigen Kollegen wirklich gut?
Die Handlung simpel, die Umgebung öde, ein bisschen zuviel Highschool-Flair und ein lächerlicher Vampir, der in Selbstmitleid zerfließt und
in mir brennende Sehnsucht an den stolzen, fiesen, wunderbaren Lestat aus Interview mit einem Vampir weckt.
DAS war noch ein richtiger Vampir!
Nun gut, das Buch also "bäh", der Film aber ganz und gar "bähbäh"! Die süße Bella zieht neunzig Minuten lang eine Schnute,
als würde das Elend der Welt auf ihren Schultern lasten.
Der güldene und ewig hungrige Jüngling Edward ist nicht nur ein nerviger Jammerlappen, sondern sein Darsteller, Robert Pattinson, mag ein Beau sein, die Schauspielerei muss er jedoch noch üben.
Überraschung, Schmerz, Erstaunen, Zweifel, Sehnsucht - in seinem Bubiface verschwindet alles hinter einem stetig gleichen Gesichtsausdruck.
Die verzückt stöhnenden Fans aller Altersklassen und deren Geschmack wird mir wohl ein ewiges Rätsel bleiben.
Und das Ende der Saga auch, denn mein Bedarf ist soweit gedeckt, dass es weder einen weiteren Film, noch die anderen Bücher braucht.
Was mir dabei allerdings weh tut: Der eigensinnige, anspruchsvolle Vampirmythos - verkommen zu
einer Schmonzette ohne Ästhetik, ohne Mystik und ohne jeden Tiefgang. Gut, dass Steve Barton alias Graf von Krolock das nicht mehr erleben muss!