Gemalt: Amsterdam (07/11)Acryl auf Leinwand, 60 x 40 cm
Die schönste Ecke, die ich in Amsterdam hatte finden können, habe ich meiner ehemaligen
Soziologie-Professorin Prof. Dr. Anabella Weismann im Rahmen ihrer
Abschiedsvorlesung geschenkt. Es war meine Art, "danke" für eine
wunderbare Prüfungsbetreuung und viele tolle
Vorlesungen zu sagen.
Damals kursierten wilde Gerüchte darüber, wie gnadenlos und streng diese Prüferin sei und man solle sich doch
jemand anderen suchen, wenn man die Chance haben wolle, mit "sehr gut" zu bestehen,
wurde mir von Seiten einiger Mitstudenten geraten.
Allerdings lernte ich diese erstklassige Soziologin von einer ganz anderen Seite kennen:
Als ich, durch die desaströsen westdeutschen Kinderbetreuungs(un)möglichkeiten in Not gebracht, meinen damals fünfjährigen Sohn in die
Vorlesung mitschleppte, hatte sie bei der nächsten Gelegenheit Papier und Stifte für ihn dabei, damit er sich nicht langweilte.
Die Art der Prüfungsbetreuung durch Prof. Weismann war warmherzig, jederzeit zuverlässig
und sie animierte mich dazu, über meine eigenen persönlichen Grenzen hinauszugehen.
So verdanke ich dieser Professorin ein riesiges Füllhorn an Wissen,
eine Menge neu (oder wieder) entdeckter Fähigkeiten und die Gewissheit, dass
ich dazu in der Lage bin, mich selbst zu besiegen, wenn ich dadurch ein mir wichtiges Ziel erreichen kann.
Die Uni Oldenburg verliert mit Anabella Weismann eine unschätzbar
wertvolle, kritische, scharfsinnige, unwerfend humorige und mutige Dozentin. Ich hingegen bin sehr stolz darauf, ein studentischer
Weismann-Schützling gewesen zu sein und wünsche ihr für die kommende Zeit ohne Lehrtätigkeit von Herzen
das Liebste, Schönste und Beste.
