Akademisch, alleinerziehend, arbeitslos (09/10)
Aus bestem Elternhaus, das Studium in Bestzeit mit Eins, 20 Jahre
Berufserfahrung – trotzdem bekommt Eva Weinheim* keinen
Fuß auf den Ersten Arbeitsmarkt. Armut hat viele Gesichter.
Arbeitslosen Akademikern zeigt sie ein besonders hässliches,
entlarvt sie doch die Gewissheit, Bildung und Fleiß böten
Sicherheit, als modernes Märchen. (...)
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Unzucht - Eine Begegnung der anderen Art (09/10)
Spricht mich auf dem M’era Luna vor der Dönerbude doch so ein Typ an: „Ey, du bist die erste hier, die ich mit unserem T-Shirt sehe!“
Häh? Was will der von mir? Die Erste? T-Shirt? Was zum Teufel meint der?
Ach ja, ich trage „Unzucht“ auf der Brust, weil mir stundenlang
die blanke Sonne auf den Pelz brannte, also schnell zum Basar gerannt, ein Teil mit Ärmeln erstanden – dieses eben, weil es die Promo-CD dazu gab
und der „Engel der Vernichtung“ auf dem Rücken mich reizte. Der Kerl, ein Bier in der Hand: „Man, erkennst du mich nicht?“ Äh…, nein?
Dann klingelt’s bei mir, aber das Unheil hat schon seinen Lauf genommen: „Ich bin De Clerq von „Unzucht“!“ Ach so, ach ja! Ein schiefes
Grinsen, netter Smalltalk, und ich nehme mir vor, zumindest die CD dann ganz wohlwollend zu hören, nachdem ich bei den Newcomern 2010 in
ein Fettnäpfchen getreten bin.
Aber das Wohlwollen stellt sich Tage später von allein ein, denn diese drei Typen sind ein echter
musikalischer Hammer! Irgendwie steckt da alles mit drin, ein bisschen Elektro, ein bisschen Dark Wave, ein bisschen Metal und
ganz viel Melodie. Tiefgehende, fast schon poetische Texte, harmonische (aber nicht oberflächliche) Kompositionen und
mitreißende Rhythmen. Eingängig, mitreißend, abwechslungsreich – es ist wirklich schade, dass sich auf der CD nur vier
Lieder befinden und „Unzucht“ gegenwärtig Albumaufnahmen zwar generell, aber noch nicht konkret geplant hat. Und das, wo ich doch
jetzt das Sonnenbrandschutz-T-Shirt auch mit Überzeugung tragen kann!
Anspieltipp: Engel der Vernichtung
Indica - Finnisches Schmuckstück (08/10)
„Mystik-Romantik-Pop“ nennen die fünf Mädels der finnischen Band Indica ihren Stil.
Seit 2001 gibt es die Gruppe, die vier Studioalben lang mit finnischen Texten
experimentierten, aber erst jetzt, mit ihrem englischsprachigen Album
„A way away“ die deutschen Charts im Nullkommanichts erstürmten.
Und nicht nur die – Europa steht kopf ob der lieblichen Töne,
hinter denen eine Menge Frauenpower steht. Dass die Finnen,
obgleich als melancholisch bekannt, gute Musik machen,
wissen wir spätestens seit „The Rasmus“, doch diese fünf
ausgesprochen attraktiven Musikerinnen mischen die
seichte Popwelt richtig auf. Seit Wochen sind Jonsu, Jenny,
Heini, Sirkka und Laura in Sachen Radiopromotion in
Deutschland, Frankreich, Italien und der Schweiz unterwegs.
Anspieltipp: In passing
Ein Konzept, das sich bewährt: die verträumte Sängerin auf ihrer mit
Blumen geschmückten Schaukel vor einem blassen Riesenmond, mehrstimmiger
Gesang, die musikalische Begleitung opulent, dezente aber stimmungsvolle
Percussion, das Video maßgeschneidert zum Text. Diese Band wirkt ein
bisschen wie eine Kamee aus dem 19. Jahrhundert und ein bisschen wie eine
Blumenfrühlingswiese, dann wieder erinnert sie an üppige Maskenbälle
oder an eine sternenklare Friedhofsnacht. Ganz sicher aber: sie liefert
erstklassigen, rockigen Pop.
Rezension: Rost von Philipp Meyer (08/10)
Eine vor Jahren gestorbene Gegend, Menschen, die finanziell und emotional am Ende sind,
verlorene Perspektiven und ein Mord aus Notwehr. Und dem gegenüber der leise erwachende Frühling,
Sonne und Vogelgezwitscher, sattgrüne Wiesen, Hoffnungen und Träume.
Die Stadt der beiden Hauptprotagonisten hat nach Schließung der einzigen großen Fabrik ihre besten Zeiten hinter sich,
Isaac und Poe hätten sie eigentlich noch vor sich, bis dieser Mord passiert, für den der berüchtigte
Billy Poe festgenommen wird, während sich der hochbegabte Isaac kopflos auf eine Flucht quer durch Amerika begibt.
Außenseiter sind sie beide, man könnte sie zu Beginn sogar für klassische Loser halten - eine Meinung, die nach der Lektüre revidiert werden muss. (...)
Bewertung: 




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Ach, übrigens: Den Mist könnt ihr euch sparen (08/10)


Rezension: Die Spur der Kinder von Hanna Winter (08/10)
Während man Hanna Winters „Spur der Kinder“ liest, zieht sich ein bestimmter,
zum Ende noch zunehmender Eindruck durch den ganzen Roman: Die Autorin hat ihren
schriftstellerischen Fuß in einen Schuh gesteckt, der ihr eine Nummer zu groß ist.
Nun rutscht sie dort von Kapitel zu Kapitel ein bisschen verloren darin herum,
ohne auch nur einmal mit einem gewaltigen literarischen Tritt auf den Boden zu stampfen.
Vermisste Kinder und offensichtlich dahinter steckende Verbrechen der grausamsten und höchst
makabren Art sind ein belletristisch (generell künstlerisch) gern genutztes Thema, allerdings
auch schwer zu bearbeiten. Dafür braucht es neben Einfühlsamkeit und einer absolut sicheren
Schreibe vor allem auch Insider-Kenntnisse, sowohl aus kriminalpsychologischer und kriminalistischer
Sicht, als auch in Bezug auf das Erleben und Fühlen der Eltern der verschwundenen Jungen und Mädchen.
Hanna Winter hat uns davon zu wenig gezeigt und sich damit für ihren Roman zu viel vorgenommen.
Ihr erster Thriller, der im August 2010 erscheint, beleuchtet das komplexe Thema zu oberflächlich
und leider auch zu klischeebeladen. (...)
Bewertung: 




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Völlig fremde Welt: M’era Luna – Festival 2010 (08/10)
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Das zum zehnten Mal stattfindende Gothic-, Darkwave- und Alternative-Rock-Festival in Hildesheim verzeichnete am vergangenen Wochenende mit 24.000 Menschen
einen neuen Besucherrekord. Über vierzig Bands traten auf zwei Bühnen auf, die Wege waren mit Verkaufsständen und verschiedensten Imbiss- und Getränkebuden
gesäumt, auf dem riesigen Flughafengelände reihten sich Hunderte von Metern lang bunte Zelte aneinander, die Sonne zeigte sich von ihrer schönsten Seite,
der Anblick der Menschen war ein einziger Augenschmaus. Schwer zu sagen, was am schönsten war: Die herrlichen, zum Teil wunderschönen, zum Teil echt
skurrilen Kostüme, Masken und Verkleidungen? Die tolle Livemusik, die fast pausenlos gespielt wurde? Die mitreißende Stimmung, das Tanzen in der
Menge, das Gefühl von Vertrautem angesichts all dieser Repräsentanten der Szene? Am besten, man nahm einfach alles mit: Autogrammstunden neben
der Main Stage vor oder nach dem Auftritt der persönlich favorisierten Bands, entspannt im Gras liegend das Spektakel beobachten und die
unglaublich vielfältig gekleideten Besucher bestaunen, leckere Gerichte aus einem großen Angebot wählen, auf dem Mittelalterfest Mäuseroulette
spielen, Gaukler, Musikanten und den waschechten Henker anschauen, sich morgens den Kaffee bis ans Zelt bringen lassen, herumschlendern, auf
den Basaren in Klamotten, Schmuck und tausend anderen Dingen stöbern. (...)
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Erneutes Abtauchen: M'era Luna Festival (08/10)
Vielleicht das Highlight des Jahres?
Zwei Tage Hildesheim, um das Campingleben erneut zu proben und viele
tolle Bands zu sehen und zu hören.
Veteranen wie Sisters of Mercy, Newcomer wie Unheilig und 37
andere Gruppen werden dabei sein.
Tanzen bis in den frühen Morgen, zelten in einer (hoffentlich) lauen Sommernacht, während
nicht enden wollende Musik herüberklingt, weit schwingende Röcke,
Samt und Spitze in tiefschwarz - da werden alte Erinnerungen wach.
Mein Gothic-Herz schlägt Purzelbäume!
Info: www.meraluna.de
Zurück (08/10)
Es gibt Dinge, die lernt man nur, wenn man mal einige
Wochen der Arbeit den Rücken kehrt und voll und ganz ausspannt.
Folgende sind das bei mir:
- Ganz profan: Ich liebe Amsterdam.
- Sprizz schmeckt am besten unter einer Palme mit den Füßen im Pool.
- Es gibt Abschiede, die sind schwerer als alle anderen. (Ein Kuss nach A.!)
- Man KANN sich zu erholsamer Faulheit zwingen.
- Dicke Esel sind nicht zwangsläufig trächtig.
- Es kann gar nicht und niemals heiß genug sein.
- Ein Traum: die Pension Hoffmann & Hoffmann in Eisenach (Danke für alles!)
- Trotz aller Erholung: Meine Arbeit ist wunderbar.
- Manche Menschen gehen im Sommer Eisbaden - bei gefühlten vier Grad.
Nachdem wir auf unseren verschiedenen Reisen
viel erlebt, unternommen und gesehen haben habe ich heute auch zahlreiche Tipps im Gepäck:
Zirkus Robini
Ein kleines Familienunternehmen, dem man nicht nur die Zuneigung zu den Tieren anmerkt,
sondern das auch richtig Spaß macht. Statt viel Tamtam, phänomenaler Effekte und
deutlich erkennbarer Kommerzabsicht stehen hier menschliche und
tierische Leistungen im Mittelpunkt, die mit Leidenschaft erbracht werden.
Highlights sind die jüngste Artistin - ein vierjähriges Prinzesschen, das wirklich verblüfft - die Kamele
und der professionell ausgebildete Ricardo mit seinen Kunststücken auf den gestapelten Stühlen.
Nürnberger Stadtstrand
Mitten in der Innenstadt: weißer Sand, kristallklares Wasser,
strohgedeckte Bars, Liegestühle und kühle Drinks. Kein Mensch braucht mehr die Karibik!
Marienglashöhle in Friedrichroda
Ein zu besichtigendes ehemaliges Bergwerk,
das nicht nur einen Wasserfall in sich birgt, sondern auch eine wunderschöne Kristallgrotte.
Erfurt und Eisenach
Auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederholen:
diese beiden Städte in Thüringen haben wirklich
viel an Geschichte, Kultur und Sehenswertem zu bieten. Was Events angeht, ist letztere zwar ein bisschen lahmarschig,
aber sowohl Innenstadt als auch Wartburg sind einen Besuch wert. Geheimtipp: In der Bar "Skyline" (Mitte Karlstraße) bekommt man
ein wunderbares Frühstück zu guten Preisen.
Amsterdam
Sorry, ich kann nichts Spezielles nennen. Großartig von Anfang bis Ende! Man kaufe sich ein Tagesticket, fahre mitten in den Trubel, und lasse sich zu Fuß treiben!
Zu Hause
Keine Empfehlung in dem Sinne für euch, aber ein Dankeschön. Mein Netz aus Familie,
Ziehfamilie und Freunden ist eine Decke aus Warmherzigkeit,
die mich unsichtbar umhüllt. Ich bin umsorgt,
bekocht und reichlich ausgeführt worden, habe viele neue Eindrücke
bekommen, tolle Dinge unternommen.
Es waren Tage voller Lachen, Gespräche und Herzlichkeit. Ihr habt mich inspiriert, verwöhnt und mit Freude erfüllt.
So, und nach dem kitschigen Teil kommen nun noch ein paar
Bücher, die mich außerden im Urlaub beschäftigt haben:
Stephen King: "Amok"
Gänsehautgarantierte Geschichte eines Schulmassakers aus der Sicht des Täters,
wobei allerdings die sich anschließende Geiselnahme einer Klasse und die
Entwicklung einer merkwürdigen Gruppendynamik im Mittelpunkt stehen. Solider Grusel aus den Neunzigern.
Bewertung: 




John Douglas: "Anatomie des Mörders"
Halb Wissenschaft, halb Roman. Neben interessanten Details zum "Profiling" und anschaulichen
Ausflügen in die Psyche von Serienmördern werden eine ganze Reihe von
Taten recht plakativ geschildert.
Bewertung: 




Stephan Harbort: "Ich musste sie kaputt machen"
Romanbiografie des Serienmörders Joachim Kroll,
der etliche Frauen und Mädchen gefoltert, bestialisch getötet
und zum Teil aufgegessen hat. Der Fall Kroll wird von der Geburt bis zum Tod des menschlichen Monsters betrachtet.
Der Teil der Ermittlungen ist recht lang und ausführlich,
trotzdem ist die authentische Geschichte makaber spannend. Eine Welt des Grauens,
die ein Normalsterblicher nicht verstehen kann, die einen aber auch nicht wieder loslässt.
Bewertung: 




Hans Pfeifer: "Der Zwang zur Serie - Serienmörder ohne Maske"
Ähnliches Thema, aber in Episoden:
Die meisten namhaften Serienmörder und ihre Geschichte.
Am widerlichsten: Kannibale Karl Denke und Kirmesmörder Jürgen Bartsch.
Die Beispiele sind mit reichlich kriminalpsychologischen Hintergrundinformationen bestückt.
Bewertung: 




Emily Brontë: Sturmhöhe
Der weltweit bekannte Schmachtfetzen,
in dem auschließlich bedingt sympathische Figuren auftreten. Opulente, aber schöne Sprache.
Bewertung: 




Jetzt ist Urlaub (07/10)
Goodbye für die nächsten Wochen!
Von "rüber" (Thüringen) bis "runter" (Bayern)
nehmen wir dieses Jahr wieder alles mit.
Seufzen, freuen, zurücklehnen - und nur noch aus der Ferne winken!
Auf nach Amsterdam! (06/10)
So erfüllen sich Träume:
Die nächsten Tage koste ich ausgiebig eins meiner
Geburtstagsgeschenke aus - eine Reise nach Amsterdam.
Ich werde folgende Dinge tun:
- endlich, endlich durch Amsterdam schlendern
- mich erst bei knurrendem Magen spontan um etwas zu essen kümmern
- Sightseeing: Sonnenbrille, Strohhut und nackte Füße auf dem Asphalt
- nachts in den Sternenhimmel schauen
- John Irving lesen
- exzessives Secondhandshopping
- als kleine Meerjungfrau in den Wellen treiben
- tief atmen... lächeln...und die Welt umarmen
Adieu!
Straßenfest in Kirchhatten (06/10)

Kirchhatten wird ein Shared-Space-Ort! Viele Menschen haben dazu beigetragen,
dass das Örtchen zukünftig ein Verkehrssystem bekommen wird, in dem die nachbarschaftlichen
Kontakte gefördert werden und der Straßenverkehr so angelegt wird, dass Fußgänger, Radfahrer
und Autofahrer auf Grund der baulichen Gegebenheiten Rücksicht aufeinander nehmen und
sich nicht mehr gegenseitig gefährden.
Anlässlich dieses Erfolgs und zur Feier des ersten Klimazentrum-Geburtstags fand am Samstag ein
Straßenfest auf dem Kirchhatter Marktplatz statt, das Christa Tacke und Hartmut
Fröhling vom Klimazentrum organisiert hatten. Bratwurst und Salate sorgten für das
leibliche Wohl. Musik, Gesang, Gespräche und Gelächter schallten bis in die Nacht
hinein über den Marktplatz. Ein Dorfleben ganz so, wie es sein soll.
Christopher Street Day: Straßenfest in Oldenburg (06/10)
„Die Linken sollten hier auch einen Stand haben“, höre ich einen jungen Mann sagen,
der im Vorbeigehen die leuchtend roten Jacken meiner Begleiter mit der linken Aufschrift entdeckt.
Ein Lächeln, eine Handbewegung, dann unbekümmert fröhlich: „Ach, da sind sie ja!“
Selbstverständlich waren die Linken beim weltweit in vielen Ländern stattfindenden Christopher
Street Day, der in englischsprachigen Ländern „Gay pride“ genannt wird, vertreten, steht sie
doch für Vielfalt statt Rollenzwang und gegen jegliche Diskriminierung. Die Gleichberechtigung
schwuler, lesbischer oder bisexueller Menschen ist in unserer Gesellschaft immer noch nicht
überall angekommen. Manche Leute hegen nach wie vor Vorurteile gegen alles, was „anders“ ist. (...)
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Unterhaltsam und voller Poesie:
Lesung des Oldenburger Uni-Magazins Persephonyx (06/10)
Oldenburg. „Setzt euch und lest“, nach dem Vorbild dieses Mottos hatte am 17.06.2010 die
Redaktion des Magazins Persephonyx ins Unikum der Universität Oldenburg eingeladen, um mit
Autorinnen und Autoren sowie Zuhörern einen literarischen Abend in angenehmer Atmosphäre zu
erleben. Zahlreiche Gäste waren der Aufforderung im Sinne des Motto-Gegenstücks, „setzt euch und lauscht“,
gefolgt und genossen die Darbietungen der jungen Literaten, die Kurzprosa zu verschiedensten Themen
vorlasen oder Gedichte rezitierten. Ein besonderes Highlight stellte die bühnenreife szenische
Darstellung eines Textes dar, die fröhliches Staunen hervorrief.
Der Musikstudent Fabian Eicke
sorgte zwischen den Lesebeiträgen mit selbstkomponierten Stücken am Klavier für die musikalische
Umrahmung. Redaktionsmitglied Aurelius Wilske führte als Moderator souverän durch den kurzweiligen
Abend. Kühle Getränke und die Möglichkeit, im Anschluss mit den Autorinnen und Autoren ins Gespräch
zu kommen, trugen zu einer entspannten Stimmung bei. Die Besucherinnen und Besucher schenkten dieser
ersten Lesung des Magazins, das vor kurzem zum zweiten Mal eine Ausgabe publizierte, einen Sommerabend,
anstatt irgendwo zum Grillen zu fahren oder am See zu faulenzen. Sie wurden dafür mit nachdenklichen,
tiefsinnigen und poetischen Texten belohnt, die bewiesen: Literatur hat immer Hochkonjunktur, dafür
muss manchmal sogar der Sonnenuntergang am See zurückstecken.
Die vorgestellten Texte stammen aus den beiden Ausgaben des Persephonyx-Magazins, die seit dem letzten
Wintersemester erschienen sind. Im Magazin sind neben Textbeiträgen auch Fotos und Malereien zu finden.
Das Heft ist im Buchladen in der Universität Oldenburg zum Preis von 1,- Euro erhältlich.
Zur Website des Magazins Persephonyx gelangt ihr hier.
Ein Märchen aus Absurdien (Gastartikel, 06/10)Auf meiner Seite wird sich zukünftig hin und wieder eine Gastautorin mit eigenen Beiträgen zu Wort melden.
Die Historikerin und Soziologin Daniela Hermann wagt einen kritischen Blick auf die Welt und ich bin sehr
froh, dass ich sie für meine Seite gewinnen konnte. Bei ihr gehen schriftstellerisches Talent,
ein scharfes Urteilsvermögen und ein sicherer Stil Hand in Hand. Daniela arbeitet fernab der
virtuellen Welt als selbstständige Lektorin – ich kann sie euch auch in dieser Hinsicht wärmstens empfehlen!
Den Auftakt bietet ihr modernes Märchen: Ein Märchen aus Absurdien
Ich wünsche euch viel Spaß bei der Lektüre!
Superschöne Fete bei Edgar di Benedetto (06/10)
Manchmal, wenn die immer noch stattfindenen verbalen Attacken angesichts meiner Mitgliedschaft bei den
Linken und meines Engagements für Gerechtigkeit und Frieden wirklich verletztend werden, wird mein Durchhaltevermögen
trotz der festen inneren Überzeugung, das Richtige zu tun, auf eine harte Probe gestellt.
Es sind dann Abende wie diese, die mir wieder das Gefühl geben, meinen Kampf nicht ganz allein
auszufechten: Tolles Essen, klasse Musik, Bier satt, viele liebe Menschen um mich herum,
die nicht unbedingt Mitglied meiner Partei sind, aber mir trotzdem zeigen, dass es noch mehr Menschen gibt, die
Menschlichkeit und Fairness schätzen. (...)
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Die Lindner liest wieder (06/10)
Im aktuellen Persephonyx-Magazin meiner ehemaligen Alma Mater bin ich als Autorin vertreten.
Meinen Beitrag präsentiere ich im Rahmen einer Lesung, die am 17.06.2010 ab 19.30 Uhr im Unikum der Uni Oldenburg veranstaltet wird.
Ich freue mich auf euch!
Wir zahlen nicht für eure Krise! (06/10)Am Samstag, den 12.06.2010 finden in Berlin und Stuttgart Großdemonstrationen statt,
um der Regierung zu verdeutlichen, dass viele Menschen nicht dazu bereit sind, für die
Skrupellosigkeit und Stümperei zockender Banker die Rechnung zu bezahlen. Das Verbrechen,
das sich Sozialpaket schimpft, kommt als Grund hinzu, endlich auf die Barrikaden zu gehen.
Und warum sollte man daran teilnehmen?
Hier ist die Erklärung! Gilt natürlich nicht für Großkapitalisten,
Lobbyisten und windige Spekulanten!
Leichenfledderei am toten Sozialstaat (06/10)Heute wurde der Sozialstaat endgültig zu Grabe getragen.
Mit dem von Bundeskanzlerin Merkel vorgetragenen Sparpaket hat
die Regierung dieses Landes sich ganz klar positioniert: Ihr
politisches Ziel ist nicht Schadensbegrenzung, sondern gesellschaftliche Spaltung.
Die Botschaft, dass die Schwachen (ver-) bluten müssen, während die Verursacher der
Krise unbehelligt weiter ihre Raubzüge unternehmen können, hätte nicht deutlicher
sein können, wenn klare Worte gewählt worden wären:
Das Deckmäntelchen der geheuchelten Sozialstaatlichkeit, in das sich
Regierung und Wirtschaft hüllen, um ihrem Wettbewerbswahn um Macht und
Geld ungestört frönen zu können, hat sich als Lüge entlarvt. (...)
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John Irving: Bis ich dich finde (06/10)Die skurrile Lebensgeschichte des Schauspielers Jack Burns, der ohne Vater und immer im Glauben,
jener habe ihn absichtlich verlassen, aufwächst, versammelt wieder alles, was einen Irving ausmacht:
Sexueller Missbrauch eines kleinen Jungen durch eine ältere Frau, eine abenteuerliche Suche quer durch
Nordeuropa, Abstecher ins Rotlichtmilieu, unbeantwortete Fragen, Lügen und Sehnsucht, eine lange
Suche nach dem eigenen Ich. Die Struktur ist hält sich an eine strenge Chronologie, von der
Kindheit und Jugend, die Jack überwiegend in einer Mädchenschule und einem Jungeninternat verbringt,
bis hinein ins Erwachsenenalter wird die Geschichte des jungen Mannes erzählt, prägende Stationen
seines Lebens aneinandergereiht wie Perlen auf einer Kette, aufgelockert durch erklärende oder
verbindende Rückblenden und Spannung erzeugende Voraussichten.
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Meinem Opa zum zehnten Todestag (06/10)
Als ich Kind war, war ich der festen Überzeugung, meine Großeltern würden ewig leben.
Völlig abwegig der Gedanke, sie könnten eines Tages mal nicht mehr da sein. Alles,
was vielleicht zu sagen gewesen wäre, konnte man später aussprechen. Alles,
was man zu tun vorhatte, konnte man auf einen unbestimmten Zeitpunkt in der
Zukunft verschieben. Nächstes Mal, irgendwann oder so. Für die wirklich wichtigen Dinge kann es, so glaubte ich, nie zu spät sein.
Wenige Tage vor seinem Tod im Juni 2000 widerlegte mein Großvater diese Theorie,
indem er erst drei Herzinfarkte erlitt, zehn Tage auf der ITS dahindämmerte und schließlich verstarb.
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Geschenkeflut (06/10)Ein italienisches Päckchen ist heute gelandet und beim Auspacken kam sofort der sehnsüchtige Gedankenblitz:
"Weißt du noch, damals in Rom?"
An eine Säule gelehnt im Vatikan sitzen,
die Augen hinter der Sonnenbrille geschlossen, der Herzschlag viel ruhiger als der
Trubel rundum. Die Stimme von dem schönen Mexikaner, der von der großen weiten
Welt erzählte, ein Kauderwelsch der verschiedensten Sprachen,
die Seele im Einklang. Zwischenstopps in Florenz, Pisa, San Gimignano, bis das
Fernweh vollkommen gestillt war. Flüstern unter Zypressen in
lauen Sommernächten, Rotwein aus Teetassen, ein unbeschwerter Tanz durch sonnenumflutete Straßen inmitten unzähliger
Menschen, Gesprächsfetzen hier und da hinüberschwappend, der Geruch von Kaffeebohnen, frische Kräuter auf der Pizza,
Motorenlärm und staubgeschwängerte Luft.... DANKE für diesen Flashback!
Das zweite herzliche DANKE gibt es ebenfalls für ein Päckchen, mit der zauberhaft zarten
Clarke-Penny-Whistle, der ich - bisher noch -
nur schiefe Töne entlocken kann und den Elfentau, der diese schiefen Töne lieblicher klingen lässt.
Ganz lieblich daher auch meine Botschaft: I MISS YOU, SISTER!
Kollektiver Lena-Wahn – Gebt dem Volk Brot und Spiele! (06/10)Eine Neunzehnjährige gewinnt nach 28 Jahren für Deutschland den Grand-Prix – und schon
flippt die gesamte Gesellschaft schichtübergreifend aus. Ein nichtssagendes Popliedchen,
ein paar unbeholfene, aber mit Selbstbewusstsein präsentierte, (nur entfernt an einen Tanz erinnernde)
Bewegungen auf der großen Bühne, kesses Gequatsche aus einem „unverbrauchten“ Mund, ein strahlendes
Lächeln hier, ein lockerer Spruch da. Und als sei das Land von einem heftigen Fieber ergriffen,
kniet die Bevölkerung, starr vor Ehrfurcht, vor der süßen Abiturientin nieder und feiert sie wie
einen neuen Messias. Nicht enden wollender Jubel vor den Fernsehern und auf den Straßen, Küsschen
vom Ministerpräsidenten, nach Luft schnappende Journalisten in der Pressekonferenz und der
Satellit fliegt auf allen Radiosendern stundenrund. (...)
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Die schönsten Tokkaten (05/10)
"Toccata (von italienisch toccare „berühren, betasten, anfühlen“) ist eine der ältesten
Bezeichnungen für Instrumentalstücke, speziell für Tasteninstrumente, und ursprünglich von
Sonata, Fantasia, Ricercar etc. nicht sehr verschieden,
jedoch meist von freier musikalischer Struktur,
im Charakter einer ausgeschriebenen Improvisation, die meist zwischen
schnellen Passagen in kurzen Notenwerten und vollstimmigen Akkorden wechselt." (wikipedia)
Der Platz drei meiner persönlichen Best-of-Liste wurde
von Charles-Marie Widor komponiert und
stammt aus seiner 5. Orgelsinfonie. Ich könnte mir vorstellen, wenn es einen Himmel gäbe,
würden diese Klänge ertönen, sobald man ihn betritt.
Platz zwei gehört Léon Boëllmann mit seiner
Tokkata aus der Suite gothique pour Grand Orgue op. 25. Zweifelsohne fürchterlich gut geeignet für einen Vampir, der für nächtliche Streifzüge
aus seinem Grab steigt.
Wir teilen uns die Geburtstadt, aber leider nicht das
Genie: Johann Sebastian Bach, unangefochten und
tausendfach gespielt auf allen nur erdenklichen Instrumenten.
An seine Tokkata in d-Moll schließt sich großzügig gleich noch die Fuge an.
Dieses Stück, einst gemeinsam gehört mit einem großartigen Musiker, hat mich dazu
inspiriert, gleich einen ganzen Roman mit musikalischem Hintergrund zu schreiben. Da fällt mir ein, mir ist noch
jemand ein Orgelspiel in einer Kirche schuldig. Muss auch keine Silbermann sein!
Viel Spaß beim Reinhören!
Bitte unterschreibt zahlreich! (11/09)
Unsere gegenwärtige Schulpolitik ist ein verdammtes Verbrechen an den Kindern!
Ich wünsche mir, dass viele Menschen dieses Volksbegehren unterzeichnen und aktiv unterstützen.
Auf diese Weise können wir uns gegen das Turbo-Abitur und Verschlechterungen an
Grundschulen wehren und für die Einrichtung von Gesamtschulen einsetzen.
Wir sind es unseren Kindern schuldig, ihnen eine Zukunft zu bieten, die diesen Namen verdient hat.
>>> Infomaterial: Hinweise zum Volksbegehren
>>> Infomaterial: Hinweise zur Unterstützung
>>> Unterschriftenbogen
>>> Flyer zum Volksbegehren
Information zur Archivierung: